Das selbst moderierende Publikum

Wo die vielen Menschen denn hinströmten, wunderte sich eine Frau, die in Kino 2 ging. „Zum Single-Kino in Saal 1“, erklärte der Kartenabreißer höflich. „Ach guck“, rief die verblüffte Dame aus. Tatsächlich kamen 153 Singles in das Studio Filmtheater in Kiel, um Kurzfilme zu sehen und sich bei der Gelegenheit in andere Cineasten zu vergucken.

Bei „Verguckt“ am 8. Februar 2018 sahen sie acht Filme zum Thema Liebe. Und dieses Mal moderierten die Gäste selbst. Denn ich hatte unter einer Kehlkopfentzündung gelitten und war noch etwas heiser. Zum Glück war ich auf die Idee gekommen, den Gästen Moderationskarten in die Hand zu geben und das Mikro hinzuhalten. Jeder der mal einen Film ansagen wollte, konnte sich melden. Leicht nervös, aber doch souverän kündigten die Zuschauer die Filme nach und nach an. Somit habe ich durch den Abend geführt, ohne auch nur ein Wort zu sagen. Auch mal spannend. Allen Mutigen, die moderiert haben, bin ich sehr dankbar, denn sie haben den Abend möglich gemacht.

Die Filme kamen beim Publikum sehr gut an. Zum Beispiel „Alte Schule“ von Ilker Çatak, produziert an der Hamburg Media School. Die Handlung: Ein Dieb stiehlt einer Frau nicht nur das Portemonnaie und einen Musik-Player, sondern auch das Herz. Zum Glück bekommt er Gewissensbisse.

Dann war Klaas dran, eine Karte vorzulesen. Das meisterte er bravourös. Als mir seine Sitznachbarin zuflüsterte, dass Klaas Geburtstag habe, tuschelte ich nur zurück: „Dann sing.“ Denn ich durfte doch nichts ins Mikrofon sagen. Sie setze zu „Happy Birthday“ an und der ganze Saal stieg mit ein. Ein wunderbarer Moment. Es folgten weitere schöne Momente in Filmen und in der Kino-Bar, in der sich alle Singles nach den Filmen bei Gesprächen kennenlernten.


 

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