Happy End in Eigenregie

Sie waren beide ohne Erwartungen ins Kino gegangen. Einfach mal gucken, was passiert. Sich überraschen lassen. Anke (60) hatte sogar erst am Tag der Veranstaltung von „Verguckt“ erfahren, als sie sich im Internet das Programm des 51 Stufen Kinos in Flensburg anschaute. Bei dem ungewöhnlichen Abend für Singles traf sie dann Heinz (62) bereits in der Kassenschlange. Nach dem ersten Blickkontakt ließ er sie höflich in den Saal vor. „Sie setze sich genau in die Mitte, wo ich auch immer gerne sitze“, erzählt Heinz. Und Anke erlaubte ihm, sich neben sie zu setzen. Sofort waren sie in ein Gespräch vertieft. „Wir bemerkten gar nicht, wie sich der Kinosaal füllte“, erinnert sich Anke.

Der Kinoabend liegt ein paar Tage zurück. Nun sitzen sie nicht mehr nebeneinander, sondern gegenüber von einander – im Restaurant Marienhölzung in Flensburg. Denn sie haben bei „Verguckt“ das [Mohltied!]-Candle-Light-Dinner gewonnen. Wobei das so nicht ganz stimmt. Denn eigentlich hatten Anke und ein Sven bei einem Übereinstimmungsspiel den Gutschein erhalten. Doch weil sich Anke und Heinz bereits „gefunden“ hatten, gab Sven freundlicherweise Heinz die Gelegenheit, Anke bei diesem Essen näher kennenzulernen. Sven erhielt als Ersatz kurzerhand eine Freikarte für die nächste „Verguckt“-Veranstaltung.

Anke und Heinz sitzen für das Drei-Gänge-Menü in einem separaten Raum – bei Kerzenschein. So haben sie eine angenehme Ruhe und können sich gut unterhalten. Für einen kurzen Moment sind wir noch dabei und lauschen, danach sollen die zwei ungestört sein. Sie teilen die selben Interessen: Kunst, Musik und Reisen. Während der Vorspeise – Zander in einer Kürbiscremesuppe –  stellen sie fest, dass sie schon an denselben Urlaubsorten waren, zum Beispiel in der Bretagne. Beide fangen an zu Schwärmen. Ihre Augen leuchten. Auch über die Veranstaltung „Verguckt“ reden die beiden Singles. „Schön war die ungezwungene Atmosphäre“, meint Anke. „Ja, man konnte jemanden kennenlernen oder einfach nur die Filme genießen“, ergänzt Heinz. Es knistert, und es sind nicht die Kerzen. Nun sollen die beiden den Abend genießen, also ziehen wir uns zurück.

Es folgt das Hauptgericht: Reh mit Steckrübenmus und roter Bete. Heinz, der eigentlich kein Fan von Wild ist, meinte bei einem Telefonat nach dem Date: „In diesem Fall war es sehr lecker zubereitet – ganz zart.“ Das Gespräch habe sich übrigens sehr gut entwickelt, erzählt Heinz. Und auch Anke sieht es so: „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir mal geschwiegen haben.“ Sie turtelten und entdeckten immer mehr Gemeinsamkeiten. Kurioserweise stellte sich heraus, dass sich ihre Kinder bereits kennen. Als Dessert habe es dann noch Schokoladenkuchen mit Vanilleparfait gegeben. „Sündhaft“, meint Anke, „aber ebenfalls sehr lecker.“

Anke und Heinz trafen sich übrigens gleich am nächsten Abend wieder. „Wir haben jetzt regelmäßig Kontakt“, sagt Heinz. Es scheint so, als habe es ein bisschen gefunkt. Die zwei planen nun sogar einen gemeinsamen Wochenendausflug nach Amrum. Wie am Abend des ersten Treffens: Sie wollen einfach mal gucken, was passiert.

 

 

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